Reetdecken ist Handwerk, doch die Logik dahinter ist einfach: Überlappende Reetschichten werden von unten nach oben aufgebaut, damit Wasser immer über die Oberfläche abläuft und nicht in die Deckung eindringt. So läuft der Prozess im Überblick.
1. Dachstruktur vorbereiten
Reet wird auf einer Lattenkonstruktion oder bei manchen Methoden auf einer festen Schalung befestigt. Die Konstruktion muss tragfähig sein, die richtige Neigung haben und belüftet werden können, damit das Reet von unten trocknet.
2. Die Trauflage
Die erste Lage wird entlang der Traufe gelegt, mit den dicken Schnittenden nach unten und außen. Sie bestimmt Linie und Überstand für alles darüber.
3. Die Deckung aufbauen
Der Reetdachdecker arbeitet lagenweise nach oben, befestigt die Bunde und dressiert sie so, dass die Spitzen jeder Lage von der nächsten verdeckt werden. Sichtbar sind gebogene Halme; die Schnittenden liegen in der Deckung.
4. Befestigen und dressieren
Reet wird mit waagerechten Ruten befestigt, gehalten durch Schrauben, Haken oder traditionelle Bindungen. Mit dem Klopfbrett wird das Reet fest und gleichmäßig nach oben getrieben, sodass eine dichte, glatte, wasserableitende Oberfläche entsteht.
5. Der First
Der Dachscheitel wird mit einem First abgeschlossen, oft aus Segge oder kontrastierendem Reet. Er dichtet die Spitze ab und wird häufiger erneuert als die Hauptdeckung.
6. Details
Kehlen, Gauben, Schornsteine und Traufen werden mit feinerem, kürzerem Reet ausgearbeitet. Gute Details halten ein komplexes Dach an den schwierigsten Punkten dicht.
Die Qualität des fertigen Dachs hängt von zwei Dingen zusammen ab: erfahrenem Handwerk und gleichmäßigem, hartem, gut sortiertem Reet, das sich zu einer engen, ebenen Fläche dressieren lässt.
Es ist anspruchsvolle, wetterabhängige Arbeit — doch das Ergebnis ist ein Dach, das Jahrzehnte hält und wie Teil der Landschaft wirkt.
Praktische Hinweise für Käufer
Kaufen Sie Reet nicht nur nach Musterbild oder Bundpreis. Wie ein Reetdach gedeckt wird: der Prozess Schritt für Schritt beeinflusst Risiko auf dem Dach, im Container und auf der Baustelle. Gutes Reet ist trocken, sauber, gerade, fest gebunden und wiederholbar.
Prüfung auf der Baustelle
Prüfen Sie mehrere normale Bunde, nicht nur die schönsten obenauf. Achten Sie auf Farbe, Geruch, Blattanteil, Halmfestigkeit, Bundumfang und Innenzustand.
Wichtige Spezifikationsdetails
Eine gute Spezifikation nennt Material, Herkunft, Längenklasse, Halmdurchmesser, Bundumfang, Trockenheit, Sauberkeit, Verpackung und zulässige Abweichung.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist der Kauf nur nach niedrigstem Preis. Kleine Materialersparnisse verschwinden schnell durch langsamere Verarbeitung, Unregelmäßigkeit oder kürzere Lebensdauer.
Planung, Timing und Logistik
Reeteinkauf ist saisonal. Planen Sie Muster, Bestandszuteilung, Ladefotos, Dokumente, Seefracht, Zoll, Inlandstransport und trockene Lagerung frühzeitig.
Bezug zur Dachqualität
Ein gutes Reetdach entsteht aus Material, Entwurf und Handwerk. Reetqualität muss zu Dachneigung, Lüftung, First, Exposition und Wartung passen.
Fragen vor der Entscheidung
Fragen Sie nach Herkunft, Erntesaison, Länge, Durchmesser, Bundumfang, Feuchte- und Sauberkeitsstandard, Containerzahl, Musterbezug, Lieferzeit und Incoterms.



